Calcar avis (cal), deutsch: Vogelsporn
Vorwölbung an der medialen Seite des Hinterhorns durch die Kalkarinafurche
Canales semicirculares, deutsch: Bogengangsystem
Das Bogengangsystem besteht aus drei annähernd senkrecht stehenden halbkreisförmigen Kanälen (Bogengänge), die in einen größeren Hohlraum, den Utrikulus, einmünden. Jeder Bogengang besitzt an seinem Utrikulus-nahen Ende eine Eweiterung (Ampulle) mit Rezeptorzellen (vestibulare Haarzellen) und Rezeptorendigungen (periphere Fortsätze von bipolaren Nervenzellen).
Canalis facialis (7C), deutsch: Kanal des Gesichtsnervs
siehe Canalis nervi facialis
Canalis hypoglossi (12C), deutsch: Kanal des Unterzungennervs
Unterhalb des Tbl. jugulare gelegener Kanal für den Unterzungennerv (N. hypoglossus)
Canalis incisivus (Inc), deutsch: Zwischenkieferkanal
Kanal im Zwischenkiefer (mündet als Foramen incisivum) hinter den oberen Schneidezähnen in dem die Anastomosen zwischen dem N. nasopalatinus und dem N. palatinus major (und Gefäße) verlaufen.
Canalis infraorbitalis (IOr), deutsch: Unteraugenhöhlenkanal
Furche bzw. Kanal an der oberen Fläche des Oberkieferbeins (Maxilla).
Canalis mandibulae (Man), deutsch: Unterkieferkanal
An der medialen Fläche der Mandibel findet sich eine große Öffnung, das Foramen mandibulae, die den Eingang in den gleichnamigen Kanal bildet und den N. alveolaris inf. sowie die gleichnamigen Gefäße aufnimmt. Am vorderen Ende des Canalis mandibulae, der den Unterkiefer der Länge nach durchzieht, liegt das Foramen mentale.
Canalis nervi facialis, deutsch: Fazialiskanal
Knochenkanal zur Aufnahme des N. facialis. Dieser tritt durch den Porus und Meatus acusticus internus in das Felsenbein ein, verläuft im Canalis n. facialis zunächst nach lateral bis dicht vor die vordere Felsenbeinwand, wo er dann rechtwinklig nach lateral hinten abbiegt. An der Umbiegestelle, im sog. äußeren Fazialisknie (Genu n. facialis), befindet sich das sensible Ggl. geniculi mit pseudounipolaren Nervenzellen. Anschließend zieht der Nerv zunächst bogenförmig und dann senkrecht nach unten und tritt durch das Foramen stylomastoideum aus der Schädelbasis aus.
Canalis opticus, deutsch: Sehnervkanal
(lat. opticus = das Sehen betreffend).
Etwa 1 cm langer, runder Kanal im kleinen Keilbeinflügel für den Durchtritt des N. opticus und der A. ophthalmica.
Canalis pterygoideus (Ptg), deutsch: Flügelfortsatzkanal
sagittal gelegener Kanal zwischen beiden Wurzeln der Flügelgaumenfortsätze
Canalis semicircularis (SCC), deutsch: Knochenkanal des Bogengangs
Teil des knöchernen Labyrinths
Capsula externa (ec), deutsch: äußere Kapsel
weisse Substanz zwischen Linsenkern und Claustrum
Capsula extrema (ex), deutsch: äußerste Kapsel
weisse Substanz zwischen Claustrum und Inselrinde
Capsula interna (ic), deutsch: innere Kapsel
weisse Substanz zwischen Linsenkern einerseits und Ncl. caudatus und Thalamus andererseits
Cartilago alaris major (MjA), deutsch: Nasenflügelknorpel
am unteren Rand der Nasenflügel gelegene Knorpel mit einem Crus mediale und laterale als Stütze der Nasenflügel.
Cartilago arytenoidea, deutsch: Stellknorpel
(gr. arytaina = Gießbecken)
Der Aryknorpel ist paarig und hat die Gestalt einer dreiseitigen Pyramide mit einer vorderen, hinteren und medialen Seite. Die vordere Seite ist durch Muskelansätze in 2 Gruben (Foveae) unterteilt. Die Pyramidenbasis ruht gelenkig auf dem oberen Rand des Ringknorpels. Die Spitze der Pyramide (Apex) wird durch einen kleineren, nach hinten gebogenen Knorpel (Cartilago corniculata) verlängert (lat. corniculata = mit einem Hörnchen versehen). Die Pyramidenbasis zeigt 2 Vorsprünge, einen vorderen (Processus vocalis) für die Haftung des Stimmbands und des M. vocalis, und einen seitlichen (Processus muscularis) für die Haftung der Mm. cricoarytenoideus posterior und lateralis.
Syn.: Gießbeckenknorpel
Cartilago cricoidea, deutsch: Ringknorpel
(gr. krikos = Ring)
Der unpaarige siegelringähnliche Knorpel ist der einzig geschlossene Knorpelring im gesamten Luftröhrensystem. Mit seiner breiten Platte (Lamina) zeigt er nach dorsal, mit seinem schmalen Bogen (Arcus) nach ventral. Die Lamina besteht aus einer medianen Leiste und 2 seitlichen Gruben für die Haftung des M. cricoarytenoideus posterior. An ihrer Oberkante zeigt sie jederseits eine ovale Gelenkfläche (Facies articularis arytenoidea) für die Artikulation mit dem Stellknorpel. Nahe der Unterkante findet sich jederseits eine runde Gelenkfläche (Facies articularis thyroidea) für die Artikulation mit dem Schildknorpel.
Cartilago epiglottica, deutsch: Kehldeckel
(gr. epi = darüber, glotta = Stimme)
Der unpaarige elastisch-bewegliche Knorpel ist sattelförmig und mit seinem dünnen Stiel (Petiolus) an der Rückfläche des Schildknorpels befestigt. Die Seitenränder sind durch Schleimhautfalten (Plicae aryepiglotticae) mit den Stellknorpeln verbunden. In der Nische zwischen Petiolus und Membrana thyrohyoidea befindet sich ein Fettkissen, das die Bewegungen des Kehldeckels passiv unterstützt.
Syn.: Epiglottis
Cartilago septi nasi (SeC), deutsch: Septumknorpel
größeres Knorpelstück in der Nasenscheidewand
Syn.: Septum cartilagineum nasi
Cartilago thyroidea (ThC), deutsch: Schildknorpel
" (gr. thyreos = Schild).
Teil des Kehlkopfs. Der unpaarige Schildknorpel ist der größte der Kehlkopfknorpel und besteht aus zwei schrägen Platten (Laminae), die vorne in der Mittellinie bugförmig zusammenstoßen. Die Spitze (Angulus) ist beim erwachsenen Mann zur Prominentia laryngea, dem "Adamsapfel" gut ausgeprägt und wird beim Schlucken durch dessen Auf- und Abbewegung deutlich sichtbar. Der hintere freie Rand der Lamina ist nach oben und unten zu Hörnern ausgezogen (Cornu superius und Cornu inferius). Das obere Horn verbindet sich ligamentös mit dem großen Zungenbeinhorn. Das untere weist an seiner Innenseite eine kleine Gelenkfläche auf, die mit der des Ringknorpels die Articulatio cricothyroidea bildet und so die Kippbewegung des Schildknorpels ermöglicht. An der Außenfläche der Lamina befindet sich eine schräge Leiste (Linea obliqua) für die Haftung des unteren Schlundschnürers und der Mm. thyrohyoideus und sternothyroideus.
Syn.: Spannknorpel"
Cartilago tubae auditivae (Aud), deutsch: Tubenknorpel
bildet gemeinsam mit dem häutigen Abschnitt den knorpeligen Abschnitt der Tube (Pars cartilaginea tubae auditivae). Er ist mit der Unterfläche des Felsenbeines, dem Foram lacerum und dem Foramen ovale durch Bindegewebe verbunden.
Caruncula sublingualis, deutsch: Caruncula sublingualis
höckerige Schleimhauterhebung zu beiden Seiten des Zungenbändchens an der Umschlagslinie zum Mundboden. Auf ihr mündet der Ausführungsgang der Unterzungendrüse und der Unterkieferdrüse (Ductus sublingualis und submandibularis).
Cauda nuclei caudati (TCd), deutsch: Schwanz des Ncl. caudatus
siehe Ncl. caudatus
Cavitas infraglottica
Die untere Etage der Kehlkopfhöhle. Sie liegt unterhalb der Stimmritze im Ausbreitungsgebiet des Conus elasticus und besitzt daher eine konische Form. Als Anschlußstück des Kehlkopfs geht sie am Unterrand des Ringknorpels ohne besondere Grenze in die Luftröhre über.
Syn.: subglottischer Raum
Cavitas laryngis, deutsch: Kehlkopfhöhle
Die Kehlkopfhöhle beginnt am Kehlkopfeingang und endet unterhalb des Conus elasticus am 1. Trachealring, wo sie dann in die Luftröhre übergeht. Durch den Kehlkopfspiegel können Form und charakteristische Strukturierung des Kehlkopfinneren leicht überblickt werden. Durch 2 Falten (Taschenfalte, Plica vestibularis, und Stimmfalte, Plica vocalis wird die Kehlkopfhöhle in 3 übereinander liegende Etagen unterteilt, die jeweils einen Raum begrenzen.
Cavitas oris, deutsch: Mundhöhle
Die Mundhöhle ist ein variabler Raum, in dem Vorhof (Vestibulum oris) und eigentliche, innerhalb der Zahnreihen gelegene Mundhöhle (Cavitas oris proprium), unterschieden werden. Der Vorhof umfasst den Raum zwischen Wangen und Lippen einerseits und den Zahnreihen andererseits. Die eigentliche Mundhöhle bezeichnet den innerhalb der Zahnreihen gelegenen Raum. Der Eingang der Mundhöhle wird durch die Lippen begrenzt. Das Dach der Mundhöhle wird vom harten Gaumen (Palatum durum) gebildet. Der Boden der Mundhöhle (Diaphragma oris) ist weich und wird von der Mundbodenmuskulatur, die vordere und seitliche Wand von den Alveolarfortsätzen der Kiefer und von den Zähnen gebildet. Nach hinten geht die Mundhöhle durch die Schlundenge (Isthmus faucium) in den Rachenraum über.
Syn.: Cavum oris
Cavitas oris propria (Ora), deutsch: Mundhöhle
der innerhalb der Zahnreihen gelegene Raum der Mundhöhle (siehe Cavitas oris)
Syn.: Cavum oris proprium
Cavitas tympani (TyC), deutsch: Paukenhöhle
Teil des Mittelohrs (neben Ohrtrompete und Zellen des Warzenfortsatzes)
Syn.: Cavum tympani
Cavum septi pellucidi (CSP), deutsch: Septumhöhle
im Innern des Septum pellucidum gelegene median gestellte, spaltförmige Höhle
Cellulae ethmoidales (Eth), deutsch: Siebbeinzellen
im Siebbein gelegener Zellkomplex, der beidseits aus 7 bis 10 beieinanderliegenden, erbsengroßen Kammern besteht, die zum Teil untereinander kommunizieren und in ihrer Gesamtheit als Siebbeinlabyrinth (Labyrinthus ethmoidalis) bezeichnet werden. Eine größere, blasenartige Siebbeinzelle liegt unter der mittleren Muschel und wird als Bulla ethmoidalis bezeichnet. Die Cellulae ethmoidales werden meist in vordere und hintere Siebbeinzellen unterteilt, weil sie unterschiedlich innerviert werden und an getrennten Stellen mit dem Nasenraum verbunden sind.
Syn.: Sinus ethmoidales
Cellulae mastoideae (Mst), deutsch: Warzenfortsatzzellen
Luftkammern des Warzenfortsatzes. Vielfach geteilte Hohlräume (hauptsächlich) im Warzenfortsatz, die mittelbar und unmittelbar miteinander in Verbindung stehen und mit der Paukenhöhle kommunizieren. Während Ausmaß und Ausdehnung der Warzenzellen sehr variabel sind, ist ihre Verbindung mit der Paukenhöhle strukturell konstant (Antrum mastoideum)
Syn.: Warzenzellen
Centrum medianum (CM), deutsch: Centrum medianum
Teil der intralaminären Kerne
Cerebellum (Cb), deutsch: Kleinhirn
"Das Kleinhirn ist Teil des Metencephalon. Seine untere, stärker gewölbte Fläche liegt auf der hinteren Schädelgrube, seine Oberfläche liegt dem Kleinhirnzelt (Tentorium cerebelli) an. Es bildet das Dach des 4. Ventrikels und ist mit Mittelhirn, Pons und Medulla oblongata durch drei Kleinhirnstiele verbunden. Es besteht aus zwei halbkugeligen Seitenteilen (Hemisphären) und einem median gelegenen Wurm (Vermis). Zahlreiche enge, querverlaufende Furchen teilen die Oberfläche in schmale, blattförmige Windungen. Das Windungsmuster imponiert durch seine Regelmäßigkeit und den Umstand, daß diese Furchen (im Gegensatz zum Großhirn) von einer zur anderen Hemisphäre ohne Unterbrechung die Mittellinie überqueren. Im Sagittal-Schnittbild erinnert das Kleinhirn an eine baumartige Struktur (arbor vitae), darum werden die Windungen des Kleinhirns nicht als Gyri, sondern als Folia (Blätter) bezeichnet. Gruppen von Folia werden als Läppchen (Lobuli, L I - X) und diese wiederum zu drei Lappen (Lobi) zusammengefaßt. Der erste Lobus (L. I-V) wird als Lobus anterior bezeichnet und ist durch die Fissura prima vom 2. Lobus (L. posterior, L. VI-IX) getrennt. Der zehnte Lobulus wird als Lobus flocculo-nodularis bezeichnet, wobei der Nodulus in der Mittellinie gelegen ist während die "Flocken" beiderseits lateral liegen"
Chiasma opticum (ox), deutsch: Sehnervenkreuzung
Der N. opticus tritt durch den Canalis opticus in den Hirnschädel ein, wo er sich mit dem der anderen Seite in der Sehnervenkreuzung, Chiasma opticum, trifft. Im Chiasma werden nur Fasern der nasalen Netzhauthälfte zur anderen Seite gekreuzt, während die aus der temporalen Hälfte ungekreuzt weiterlaufen. Vom Chiasma aus ziehen die Sehnervenfasern als Tractus opticus weiter zum Zwischenhirn, wo sie (mit Ausnahme der Reflexfasern) im Corpus geniculatum laterale enden.
Chorda tympani (cty), deutsch: Paukensaite
Ast des N. facialis zum N. lingualis (V3) mit sensorischer (Geschmack) und parasympathischer (sekretorischer) Faserqualität. Die sensiblen und sensorischen Fasern haben ihre Perikarya im Ggl. geniculi, die parasympathischen kommen aus dem Ncl. salivatorius superior des Rautenhirns und führen präganglionäre Fasern zum Ggl. submandibulare. Der Nerv spaltet sich von Facialisstamm kurz vor dessen Austritt aus dem Felsenbein ab, wendet sich im Bogen nach oben zur Paukenhöhle, legt sich zwischen Hammer und Amboß und verläßt den Schädel auf der Innenseite der Fossa mandibulae durch die Fissura petrotympanica. Nach dem Austritt senkt sich die Chorda tympani von hinten her in den N. lingualis, mit dem sie dann gemeinsam bis zur Zungenspitze verläuft. An der Innenseite des Kieferwinkels liegt das parasympathische Ggl. submandibulare. Hier werden die präganglionären Chordafasern auf das postganglionäre Neuron umgeschaltet und versorgen dann sekretorisch die Gl. submandibularis, Gl. sublingualis, Gll. linguales im Zungenkörper sowie die kleineren Schleimdrüsen des Mundbodens. Die sensorischen Chordafasern versorgen die Pilzpapillen auf der Zungenoberfläche.
Cingulum (cg), deutsch: Gürtel
(lat. = Gürtelbinde).
Fasersystem im Gyrus cinguli. Es ist nicht auf den Gyrus cinguli beschränkt, sondern erstreckt sich rostral auf die Area subcallosa und kaudal bis in den Gyrus parahippocampalis. Die Verbindung zwischen dem Ncl. anterior des Thalamus und dem Gyrus parahippocampalis ist Teil des Papez-Kreises.
Cisterna (Ci), deutsch: Zisterne
Erweiterung des Liquorraums
Syn.: Cavum subarachnoidale
Cisterna interpeduncularis (IPC), deutsch: Cisterna interpeduncularis
zwischen den Hirnschenkeln gelegener Liquorraum
Cisterna magna (cerebello-medullaris) (GrC), deutsch: Cisterna cerebello-medullaris
Liquorraum zwischen Kleinhirn und Medulla oblongata
Cisterna pontis (PoC), deutsch: pontine Zisterne
Teil des Subarachnoidalraumes ventral des Hirnstamms.
Claustrocortex insularis (AIn), deutsch: Claustro-cortex insularis
Claustrocortex bezeichnet denjenigen Teil der Hirnrinde, der sich durch den Besitz eines Claustrum von der übrigen Hirnrinde unterscheidet. Das Gebiet, das sich mit dem Gebiet der Inselrinde (Regio insularis) deckt, wird als Claustro-cortex insularis (nach Brockhaus, 1940) bezeichnet.
Claustrum (Cl), deutsch: Vormauer
bandartiger Streifen grauer Substanz , der medial durch einen Streifen weißer Substanz vom Linsenkern (Capsula externa), lateral von einem Markstreifen von der Inselrinde (Capsula extrema) getrennt ist. Die Ausdehnung des Claustrums deckt sich zum größten Teil mit der Inselrinde (schliesst aber Teile des dorsolateralen Lobus temporalis ein).
Syn.: Bandkern, Griseum claustrale (Brockhaus)
Claustrum compactum (DCl), deutsch: kompakter Teil des Claustrums
Der Anteil des Claustrums, der sich mit dem insularen Teil des Claustrums deckt. Er ist durch seine Lage zwischen Putamen und Rinde charakterisiert und reicht als platten- oder schalenfärmiges, sich nach den Ründern zu verschmülerndes Band bis zum Sulcus circularis insulae. Dieser Teil deckt sich weitgehend mit dem Claustrum dorsale.
Claustrum temporale (TCl), deutsch: Claustrum temporale
Im Mark des Temporallappens reicht das Claustrum medial bis unter die Rinde der Subregio praeamygdalea gelegen und bis in den oralen Teil des Gyrus ambiens und der Regio entorhinalis. Kaudalwärts reicht es (dorsolateral vom Mandelkern liegend) bis zur Spitze des Unterhorns des Seitenventrikels.
Claustrum ventrale (VCl), deutsch: Claustrum ventrale
Mit dem ventralen Teil, liegt das Claustrum im Mark der Verwachsungsstelle des Temporallappens mit dem Hauptteil des Großhirns. Dabei schiebt es sich medial in die Substantia perforata anterior hinein bis zum Tuberculum olfactorium . Ventral reicht es in das Mark des Temporallappens hinab (Claustrum temporale).
Colliculus inferior (IC), deutsch: untere Hügel
zwei rundliche Erhebungen im Dorsalteil (Tectum) des Mittelhirns
Colliculus superior (SC), deutsch: obere Hügel
zwei rundliche Erhebungen im Dorsalteil (Tectum) des Mittelhirns
Columna fornicis (cfx), deutsch: Fornixsäule
siehe Fornix
Commissura anterior (ac), deutsch: vordere Querverbindung
Querverbindung zwischen der Lamina terminalis und den Fornix säulen.
Syn.: vordere Kommissur
Commissura habenularum (hbc), deutsch: Commissura habenularum
Sie ist größtenteils eine Kommissur von Faserbündeln der Stria medullaris thalami.
Commissura hippocampalis dorsalis (dhc), deutsch: Hippocampuskommisur
Kommissur zwischen den Hippocampusformationen beider Seiten.
Syn.: Commissura fornicis
Commissura posterior (pc), deutsch: hintere Kommissur
Zwischen Zirbeldrüse und Aquaeductus gelegene Querverbindung.
Syn.: hintere Querverbindung
Concha nasalis, deutsch: Nasenmuschel
(lat. concha = Muschel).Concha nasalis superior, media et inferior
Die an der lateralen Nasenwand gelegenen Muscheln sind gebogene Knochenlamellen, die sich gegen die Nasenhöhle vorwölben und dadurch die Schleimhautoberfläche erheblich vergrößern.
Concha nasalis inferior (turbinate) (INa), deutsch: untere Nasenmuschel
Die untere Nasenmuschel besteht aus einem selbständigen Knochen, während die darüberliegende mittlere und obere Nasenmuschel aus Fortsätze des Siebbeins als Grundlage haben.
Concha nasalis media (MNa), deutsch: mittlere Nasenmuschel
siehe untere Nasenmuschel
Confluens sinum (cos), deutsch: Zusammenfluss der Blutleiter
Zusammenfluss mehrerer venöser Blutleiter (Sinus sagittalis sup., Sinus transversi, Sinus rectus, Sinus occipitalis.
Syn.: Torcular (Herophili, Presse des Herophilus, da nach alter Ansicht an dieser Stelle ein hoher Druck entsteht).
Conus elasticus, deutsch: Conus elasticus
(lat. conus = Kegel),
elastische Membran als Fortsetzung des Lig. cricothyroideum nach innen. Sie spannt sich zwischen dem Oberrand des Ringknorpels und der Unterseite der Stimmbänder. Nach unten geht der Conus in die elastischen Bestandteile der Luftröhrenschleimhaut über. Der stark verformbare Conus bewegt sich mit den Stimmbändern, indem er durch seine Verengung und Erweiterung die Lumenweite des infraglottischen Raums variiert und somit die Bewegung der Luftmenge beim Sprechen reguliert.
Cornu Ammonis 1 (CA1), deutsch: Ammonshorn
Hippocampus
Syn.. großer Seepferdefuß, Pes hippocampi major, Seepferd
Cornu superius cartilaginis thyroideae (SHT), deutsch: oberes Horn des Schildknorpels
siehe Cartilago thyroidea
Corona radiata (thr), deutsch: Stabkranz
Verbindung der Rinde mit dem Thalamus (reziprok) und tiefer gelegenen Hirnteilen. Entsprechend ihrer Lage unterscheidet man eine Pars frontalis, parietalis, occipitalis und temporalis.
Corpus adiposum buccae (BFa), deutsch: Wangenfettpfropf
(lat. adiposum = fetthaltig)
in der Vertiefung zwischen M. buccinator und M. masseter gelegenes Fettgewebe. Der Wangenfettpfropf ist in einer Bindegewebskapsel eingeschlossen und füllt als verformbare Gleitschicht den Raum zwischen den beiden Muskeln M. masseter und M. buccinator aus. Beim Öffnen und Schließen des Kiefers verschiebt sich der Fettkörper in die entstehenden Zwischenräume und sorgt für den Druckausgleich in der Wange. Beim Kauen und Saugen bietet er abwechselnd dem M. masseter und M. buccinator als Widerlager den nötigen Halt und ist deswegen als Baufett anzusehen.
Syn.: Bichat’scher Fettklumpen
Corpus adiposum orbitae (OFa), deutsch: Fettkörper der Augenhöhle
Fettgewebskörper der Orbita
Corpus callosum (cc), deutsch: (Gehirn-)Balken, Balkenzwinge
Verbindung zwischen beiden Großhirnhemisphären. Man unterscheidet ein vorderes Ende (Genu, Balkenknie), Mittelstück (Truncus, Corpus) und ein hinteres Ende (Splenium, Balkenwulst). Unten endet das Balkenknie mit einer Spitze (Rostrum, Balkenschnabel), die sich in die Lamina terminalis fortsetzt.
Corpus callosum, forceps major (fmj), deutsch: hintere Balkenzwinge
die bogenförmig durch das Spenium des Balkens ziehenden Kommissurenfasern. Sie verbinden Rindengebiete des Hinterhauptslappens miteinander.
Corpus callosum, forceps minor (fmi), deutsch: vordere Balkenzwinge
die bogenförmig durch das Balkenknie verlaufenden Kommissurenfasern
Corpus callosum, rostrum (rcc), deutsch: Balkenschnabel
vorderes Ende des Balkens, das spitz in die Lamina terminalis ausläuft
Corpus callosum, splenium (scc), deutsch: Balkenwulst
hinteres, verdicktes Ende des Balkens (siehe Forceps major)
Corpus fornicis, deutsch: Gewölbekörper
siehe Truncus fornicis
Corpus geniculatum laterale (LG), deutsch: seitlicher Kniehöcker
"Umschaltstation der Sehbahn. Es besteht aus 6 Zellschichten, die jeweils von einer Faserzone getrennt sind. Die Schichten werden von 1 (ventral) bis 6 (dorsal) bezeichnet. Jede Schicht erhält Eingang nur von einem Auge, ist also entweder "linksäugig" oder "rechtsäugig". Die Schichten sind so gestapelt, daß die Fasern aus der kontralateralen nasalen Retina und aus der ipsilateralen temporalen Retina in abwechselnden Schichten (6,4,1 bzw. 5, 3 2) enden. Eine Gesichtsfeldhälfte wird in jeder Schicht komplett abgebildet und so exakt repräsentiert, daß die Bildpunkte genau übereinander liegen. "
Corpus geniculatum laterale, pars magnocellularis (MGM), deutsch: großzelliger Teil des seitlichen Kniehöckers
siehe Corpus geniculatum laterale
Corpus geniculatum mediale (MG), deutsch: innerer (medialer) Kniehöcker
Umschaltstation der Hörbahn
Corpus mamillare (MB), deutsch: Mammillarkörper
Er gleicht einem erbsengroßen sphärischen Körper, der von stark markhaltigen Fasern umgeben ist. Es bildet einen wichtigen Bestandteil des Limbischen Systems, besitzt aber keine direkten Verbindungen mit dem Hypothalamus selbst. Läsionen führen zur Beeinträchtigung der Gedächtnisfunktion.
Corpus nuclei caudati (BCd), deutsch: Körper des Schweifkerns
siehe Ncl. caudatus
Corpus ossis hyoidei (BHy), deutsch: Zungenbeinkörper
das horizontale Mittelstück des Zungenbeins
Corpus pineale (Pi), deutsch: Zirbeldrüse
Ein (indirekt photo-neuro-)endokrines Organ am Dach des 3. Ventrikels am Übergang in den Aquaeductus cerebri und oberhalb der Vierhügelplatte. Es besteht aus Nervenzellen (Parenchymzellen = Pinealozyten) und Gliazellen (modifizierte Astrozyten). Es findet sich außerdem ein ausgeprägtes fibrovaskuläres Stroma (starke Durchflechtung von gefäßführendem Bindegewebe aus Pia und Parenchym). Eventuell kalkhaltige Konkremente (Acervulus). Als Teil des zirkadianen Systems ist es mit dem endogenen Schrittmacher, Ncl. suprachiasmaticus, multisynaptisch verknüpft und durch die Melatoninsynthese hormonal aktiv.
Syn.: Corpus pineale, Epiphysis cerebri, Glandula pinealis, Zirbel
Cortex cerebri, deutsch: Hirnrinde
Der Cortex cerebri ist der stark gefaltete Umhang der Hemisphären. Seine Erhebungen werden als Windung (Gyrus), seine Einsenkungen werden als Furche (Sulcus) bezeichnet. 2/3 seiner Oberfläche liegen in den Furchen. Jede Hemisphäre hat eine konvexe und eine mediale Fläche, die sich in der Mantelkante treffen, sowie eine basale Fläche. Die Extrema des Großhirns werden als Frontal-, Temporal-, Okzipitalpol, sowie als Scheitelhöhe (Vertex) des Gehirns beschrieben. Entsprechend der Lage des Endhirns im Cranium werden 4 Hemisphärenlappen (Stirn-, Scheitel-, Schläfen- und Hinterhauptslappen) und die Insel unterschieden.
Cortex piriformis, area piriformis (Pir), deutsch: piriformer frontaler Kortex
ventraler Endhirnabschnitt in der Nachbarschaft des Limen insulae. Unter anderem Endigungsbereich olfactorischer Fasern.
Cortex piriformis, area temporalis (Pir), deutsch: piriformer temporaler Kortex
ventraler Endhirnabschnitt in der Nachbarschaft des Limen insulae. U.a. Endigungsbereich olfactorischer Fasern.
Crista galli (CGa), deutsch: Hahnenkamm
kammartige Leiste des Siebbeins zur Befestigung der großen Hirnsichel (Falx cerebri).
Syn.: besser : Crista ossis ethmoidei (Hyrtl, 1880)
Crus fornicis (crf), deutsch: Fornix-, Gewölbebogen
Verbindung zwischen der Hippocampusformation und dem Corpus mammillare sowie Area septi.
Syn.: hinterer Gewölbeschenkel
Cuneus (Cun), deutsch: Keil
Rindengebiet auf der Medialseite der Hemisphären zwischen S. parietooccipitalis und S. calcarinus .
Cx. entorhinalis (Ent), deutsch: entorhinale Rinde
Bestandteil der Hippocampusformation
Cx. periamygdaloideus (PAM), deutsch: periamygdalare Rinde
Bestandteil des corticomedialen Mandelkerns