Falx cerebri (FxC), deutsch: Großhirnsichel
median gestellte Gewebeplatte zwischen den beiden zerebralen Hemisphären.
Syn.: große Hirnsichel
Fascia cervicalis, deutsch: Halsfaszie
(lat. fascia = Binde). Die Halsfaszien bilden ein Bindegewebssystem, das die Funktionseinheiten des Halses umschließt, sie voneinander trennt und trotzdem eine lockere Verbindung zwischen ihnen aufrechterhält. Sie sind topographisch untergliedert in 3 Blätter, oberflächliches, mittleres und tiefes Blatt der Halsfaszie
Fascia dentata (FD), deutsch: Fascia dentata
siehe Gyrus dentatus. Bezeichnet zuweilen allein die zellführende Schicht (Stratum granulosum) des Gyrus dentatus
Fascia nuchae (nuf), deutsch: Nackenfaszie
Teil der oberflächlichen Halsfaszie im Nackenbereich.
Fascia temporalis (tf), deutsch: Temporalisfaszie
Faszie, die den Schläfenmuskel (Musculus temporalis) bedeckt und ihm als Ursprung dient.
Fc. lenticularis (len), deutsch: Linsenkernschleife
Die Fasern stammen aus der inneren Abteilung des inneren Pallidumglieds und verlaufen dorsalwärts durch die innere Kapsel. Die Fasern schlingen sich dann um die Mediodorsalfläche des Ncl. subthalamicus und gelangen von dort in das H-Feld von Forel (= praerubrales Feld von Forel).
Fc. lenticularis (H2) (H2), deutsch: H2-Bündel
Teilstrecke des Fc. lenticularis zwischen dem Ncl. subthalamicus und der Zona incerta.
Fc. longitudinalis inferior (ilf), deutsch: unteres Längsbündel
Assoziation- und Projektionsfasern im Dorsalteil des Temporallappens mit Verbindung zum Okzipitallappen (Riley).
Es verbindet wahrscheinlich ventrale Aspekte des extrastriären okzipitalen Kortex Area V2, V4) mit vorderen temporalen Strukturen (lateraler temporaler Kortex, Gyrus parahippocampalis, Mandelkern).
siehe Fc. fronto-occipitalis inf.
Syn.: Fc. temporo-occipitalis
Fc. longitudinalis medialis (mlf), deutsch: mittleres Längsbündel
Fasersystem im Tegmentum des Hirnstamms, paramedian unterhalb des ventrikelbodens bzw. des Aquaeductus cerebri, das motorische Hernnervenkerne verbindet, die an der Koordination der Augenmuskelbewegungen sowie bei Kauen, Schlucken und Sprechen beteiligt sind.
Fc. longitudinalis telencephali medialis (mfb), deutsch: mediales Vorderhirnbündel
komplexer Faserzug in der Area hypotalamica lateralis zwischen der limbischen Vorderhirnregion (olfaktorische Strukturen, Septumkerne, amygdalo-hippocampalen Region mitArea periamygdaloidea, Subiculum) und der limbischen Mittelhirnregion.
Syn.: medial forebrain bundle
Fc. mammillaris principalis (pm), deutsch: Fc. mammillaris principalis
gemeinsam verlaufender Faserabschnitt von Tr. mammillothalamicus und mammillotegmentalis.
Syn. Fc. princeps
Fc. occipito-frontalis superior (sof), deutsch: oberes occipito-frontales Bündel
langes Assoziationssystem des sog. dorsal visual stream.
Syn.: Fc. fronto-occipitalis
Fc. retroflexus (fr), deutsch: Fc. retroflexus
siehe Ncl. habenulae
Fc. subcallosus (sca), deutsch: Fc. subcallosus
halbmondförmiges, kompaktes Faserbündel unmittelbar über dem Kopf und Körper des Ncl. caudatus unterhalb und medial des Fc. fronto-occipitalis.
Fc. subthalamicus (sth), deutsch: Fc. subthalamicus
Faserbündel zwischen Globus pallidus und Ncl. subthalamicus.
Fc. thalamicus (Campus Foreli H1) (H1), deutsch: H1-Bündel
gemeinsame Strecke der Ansa lenticularis und dem Fc. lenticularis zum Thalamus. Es entspricht dem H1 felf von Forel.
Fc. uncinatus (unc), deutsch: Hakenbündel
hakenförmig verlaufendes Faserbündel zwischen dem unteren Teil des Stirnlappens und dem vorderen Teil des Schläfenlappens.
Fibrae perforantes pedunculi (com), deutsch: Kamm-System (Edinger)
"Wie der Ncl. caudatus und das Putamen sind auch das innere Pallidumglied und die Pars reticulata der Substantia nigra während der Hirnentwicklung durch die einsprossenden Fasern des Hemisphärenstiels (innere Kapsel und Pedunculus cerebri) getrennt worden. Auch hier finden sich als Relikte dieser Entwicklung "retikuläre" Substanzbrücken innerhalb des Pedunculus cerebri. Aus diesen Gründen werden das innere Pallidumglied und die SNR als einheitliche Struktur (GPi/SNR-Komplex) betrachtet. Ihre Neurone bilden das Ausgangssystem der Basalganglien. Diese Substanzbrücken werden als Kamm-System bezeichnet. "
Fimbria hippocampi (fi), deutsch: Hippocampuskrause (weißer Bandstreifen des Hippocampus)
Der weiße Saum des Hippocampus, in dem sich die Fasern sammeln, bevor sie über den Gewölbeschenkel (Crus fornicis) den Hippocampus verlassen.
Fissura lateralis (lf), deutsch: Seitenfurche
siehe Sulcus lateralis
Fissura orbitalis inferior, deutsch: untere Augenhöhlenspalte
(lat. fissura = Spalt).
Eine schmale, etwa 3 bis 4 cm lange Spalte zwischen unterer und seitlicher Orbitawand. Sie ist beim Lebenden durch eine Bindegewebsplatte und durch den M. orbitalis verschlossen und läßt die Nn. zygomaticus, infraorbitalis sowie die Rr. orbitales aus der Flügelgaumengrube in die Augenhöhle durchtreten.
Fissura orbitalis superior, deutsch: obere Augenhöhlenspalte
(lat. fissura = Spalt).
Ein geräumiger, querliegender Spalt zwischen kleinem und großem Keilbeinflügel für den Austritt der V. ophthalmica aus der Augenhöhle und den Eintritt der Nn. oculomotorius, trochlearis, ophthalmicus und abducens in die Augenhöhle.
Folliculus lingualis (LgF), deutsch: Follikel der Tonsilla lingualis
Teil der Zungenmandel
For. caecum, deutsch: blindes Loch
Am unteren Ende der Crista frontalis gelegene Öffnung, die eine kleine Vene (Emissarium Santorini) enthält. Diese verbindet den Sinus sagittalis superior mit den Venen der Nasenhöhle.
For. ethmoidale anterius, deutsch: vorderes Siebbeinloch
In der Lamina orbitalis des Siebbeins gelegene Öffnung an der medialen Orbitawand für den Durchtritt von A. und N. ethmoidalis anterior, welche zunächst durch die Siebplatte in den Gehirnschädel geleitet werden.
For. ethmoidale posterius, deutsch: hinteres Siebbeinloch
liegt am oberen Rand der Lamina orbitalis des Siebbeins. Hierdurch treten N. und A. ethmoidalis posterior sowie der R. orbitalis aus der Augenhöhle in die Keilbeinhöhle und die hinteren Siebbeinzellen.
For. infraorbitale (IOr), deutsch: Unteraugenhöhlenloch
Öffnung am Unterrand der Augenhöhle für den Austritt des N. infraorbitalis (und seiner begleitenden Arterie).
For. interventriculare (IVF), deutsch: Zwischenkammerloch
siehe Ventrikel
For. jugulare (Jug), deutsch: Drosselloch
Öffnung in der hinteren Schädelgrube für den Durchtritt der Vagusgruppe und der Vena jugularis interna (aus Sinus sigmoideus und Sinus petrosus inferior).
For. lacerum, deutsch: For. lacerum
(lat. lacer = zerrissen). Unscharf begrenzte, an den Rändern gezackte Öffnung zwischen dem großen Keilbeinflügel und der Pyramidenspitze des Schläfenbeins. Durch das Foramen treten folgende Strukturen: 1. A. carotis interna (am weitesten medial), 2. N. petrosus sf. major, N. petrosus sf. minor, 3. Tuba auditiva (am weitesten lateral). Der Rest ist beim Lebenden durch Faserknorpel verschlossen.
For. ovale, deutsch: ovales Loch
Öffnung der mittleren Schädelgrube an der Basis der Pyramidenspitze lateral vom Foramen lacerum für den Durchtritt des N. mandibularis.
For. palatinum majus (GPa), deutsch: großes Gaumenloch
Mündung des Canalis palatinus major in der Seitenfläche der Pars horizontalis des harten Gaumens.
For. rotundum, deutsch: rundes Loch
Öffnung der mittleren Schädelgrube für den Durchtritt des N. maxillaris in die Flügelgaumengrube.
For. spinosum, deutsch: For. spinosum
(lat. spina = Dorn, Stachel, so benannt, weil es an der hinteren Spitze des Keilbeins liegt).
Öffnung der mittleren Schädelgrube für den Durchtritt der A. meningea media.
For. supraorbitale, deutsch: For. supraorbitale
Öffnung am Oberrand der Augenhöhle für den Durchtritt des R. lateralis n. supraorbitalis und der A. supraorbitalis. Statt des Foramens kann gelegentlich eine Incisura supraorbitalis vorhanden sein.
For. zygomatico-orbitale, deutsch: For. zygomatico-orbitale
Vorn an der Orbitalfläche des Jochbeins gelegenes Loch für den Durchtritt des N. zygomaticus. Im Jochbeinknochen teilt sich der Nerv und tritt durch zwei weitere Öffnungen an die Außenseite des Jochbeins.
Foramen, deutsch: Loch
(lat. foramen = Loch), siehe For.
Formatio hippocampi, deutsch: Hippocampusformation
Hippocampusformation umfaßt als Teil des Allocortex den Hippocampus selbst (Ammonshorn, Seepferdchen), den Gyrus dentatus und das Subiculum. Im Übergangsbereich zum Isocortex (in der direkten Umgebung des Hippocampus) liegen Gyrus cinguli und Gyrus parahippocampalis (=Mesocortex =Periallocortex= Periarchicortex). Den vorderen Abschnitt des Gyrus parahippocampalis bildet der Cortex entorhinalis.
Formatio reticularis, deutsch: Netzsubstanz
Die Netzsubstanz bildet ein dichtes Geflecht aus Schaltneuronen und Fortsätzen im Tegmentum des Hirnstamms. Sie besitzt Verbindungen nach kaudal zum Eigenapparat der Rückenmarks und nach rostral zum Thalamus. Dabei belegt sie den von den Kernen und Strängen ausgesparten Raum. Ihre Neurone dienen sowohl somatischen wie viszeralen Funktionen.
Syn.: Gittersubstanz
Fornix (fx), deutsch: Gewölbe
Der Fornix ist Teil einer mehrgliedrigen Verbindung des Hypothalamus mit der Hippokampusformation (sog. Papezkreis). Er entwickelt sich aus der Hippocampusformation, verläuft zwischen lateraler und medialer Zone des Hypothalamus und strahlt von lateral in das Corpus mamillare ein. An der Medialseite verlassen die Fasern das Corpus mammillare als Tr. mammillo-thalamicus und erreichen nach Umschaltung im Ncl. anterior des Thalamus indirekt wieder die Hippocampusformation.
Syn.: Hirngewölbe
Fornix longus (prc), deutsch: Fornix longus
siehe Fornix praecommissuralis
Fornix postcommissuralis (poc), deutsch: postcommissuraler Fornix
Fornix anteile mit Beziehung zu Arealen hinter der vorderen Kommissur (Corpus mammillare)
Fornix praecommissuralis (pcf), deutsch: praecommissuraler Fornix
Fornix anteile mit Beziehung zu Arealen vor der vorderen Kommissur (Area septi)
Fornix, columna, deutsch: Gewölbesäule
Abschnitt des Fornix zwischen Columna fornicis und Corpus mammillare. Beide Säulen des Fornix trennen sich zwischen Commissura anterior und Foramen interventriculare und verlaufen dann jeweils an der Grenze zwischen der medialen und lateralen Zone zum Corpus mammillare.
Fornix, corpus (bfx), deutsch: Körper des Fornix
Abschnitt des Fornix zwischen Crus fornicis und Columna fornicis.
Fornix, crus, deutsch: Gewölbeschenkel
Abschnitt des Fornix zwischen Fimbria und Crus fornicis. Beide Schenkel nähern sich unter dem Balken und vereinigen sich dort tum Corpus fornicis. Zwischen beiden Schenkeln findet ein Faseraustausch statt: Commissura fornicis (Psalterium hippocampi).
Fossa glandulae lacrimalis, deutsch: Tränendrüsengrube
(lat. glandula = Drüse, lacrima = Träne), eine Vertiefung des Stirnbeins im lateralen Bereich des Orbitadaches, kennzeichnet die Lage der Tränendrüse.
Fossa hypophysialis, deutsch: Hypophysengrube
(lat. fossa = Grube), Vertiefung für die Aufnahme der Hypophyse. Über diese Grube spannt sich die harte Hirnhaut und läßt nur ein kleines Loch für den Durchtritt des Hypophysenstiels zum Gehirn frei.
Fossa interpeduncularis (ipf), deutsch: Grube zwischen beiden Großhirnschenkeln
An der Basis des Mittelhirns gelegene Grube zwischen beiden Hirnschenkeln.
Fossa mandibularis (Man), deutsch: Unterkiefergrube
Gelenkgrube des Schläfenbeins für den Unterkieferkopf.
Fossa pterygopalatina (PtP), deutsch: Flügelgaumengrube
Spalt in der Tiefe des vorderen, medialen Abschnitts der Fossa infratemporalis, zwischen dem Prc. pterygoideus und dem Oberkiefer (Fissura pterygomaxillaris). Die Flügelgaumengrube ist vorne durch den Oberkiefer (Tuber maxillae), medial von der vertikalen Platte des Gaumenbeins und hinten vom Flügelfortsatz des Keilbeins begrenzt. In der Fossa findet die Verzweigung des N. maxillaris und die Endaufteilung der A. maxillaris statt.
Fossa sacci lacrimalis, deutsch: Tränensackgrube
(lat. saccus = Sack),
an der vorderen Medialwand der Orbita gelegene Grube für den Tränensack. Sie wird gemeinsam vom Oberkiefer und Tränenbein gebildet und ist vorn von der Crista lacrimalis anterior, hinten von der Crista lacrimalis posterior begrenzt. Nach unten setzt sie sich in den Canalis nasolacrimalis fort.
Fossa scaphoidea, deutsch: kahnförmige Grube
Grube in der Fossa pterygoidea neben der Lamina medialis. Ursprungsort eines Teils des M. tensor veli palatini.
Syn.: Fossa navicularis
Fovea centralis, deutsch: zentrale Netzhautgrube
das vertiefte Zentrum des gelben Flecks (Macula lutea). Sie bildet die Stelle des schärfsten Sehens, denn hier sind alle Schichten der Retina, die nicht direkt an der Lichtreizaufnahme beteiligt sind, zur Seite gedrängt. Die Lichtstrahlen können daher ungehindert zu den Außensegmenten der Zapfen gelangen. Stäbchen finden sich hier nicht.
Frenulum linguae, deutsch: Zungenbändchen
Eine mediane Schleimhautfalte, die die Zungenunterfläche mit dem Mundboden verbindet und eine zu starke Bewegung der Zungenspitze nach hinten verhindert.
Funiculus cuneatus, deutsch: Funiculus cuneatus
lateral gelegener Teil der Hinterstrangbahn.
Syn::Burdach’scher Strang, lateraler Keilstrang
Funiculus gracilis, deutsch: Funiculus gracilis
medial gelegener Teil der Hinterstrangbahn.
Syn::Goll’scher Strang., zarter Strang, medialer Keilstrang