Palatum molle (SPa), deutsch: weicher Gaumen
das sogenannte Gaumensegel (Velum palatinum), dessen Hinterrand wulstartig schmaler wird und dann als Zäpfchen (Uvula) bezeichnet wird. Grundlage des weichen Gaumens bildet die Gaumenaponeurose.
siehe Uvula palatina
Papilla nervi optici (pap), deutsch: Sehnervenpapille
An der Papilla nervi optici verlassen die Axone der Ganglienzellen den Bulbus. Sie enthält nur Sehnervenfasern und Gliazellen und ist deswegen für Licht unempfindlich (blinder Fleck).
Papillae filiformes, deutsch: Fadenpapillen der Zunge
(lat. papilla = Erhebung, filum = Faden).
Die kleinen fadenförmigen Papillen sind mit etwa 500/cm2 am zahlreichsten vorhanden und geben wegen ihrer gleichmäßigen Verteilung der Zunge das samtartige Aussehen. Sie vergrößern die tastende Oberfläche, wodurch die Lupenwirkung der Zunge entsteht.
Papillae foliatae, deutsch: Blattpapillen
(lat. folia = Blätter).
Es sind quergestellte blätterartige Schleimhautfalten, die häufig dicht nebeneinander im hinteren Teil des Zungenrandes aufgereiht liegen. Auf beiden Seiten befinden sich insgesamt etwa 20 – 30 Blätterpapillen, die manchmal tiefe Krypten aufweisen und rissig in Erscheinung treten können.
Papillae fungiformes, deutsch: Pilzpapillen
(lat. fungus = Pilz).
Ihre Zahl beträgt etwa 90/cm2 im Bereich der Zungenspitze und der Zungenränder sowie etwa 50/cm2 am Zungenrücken. Die pilzförmigen Papillen ragen mit ihren kreisrunden Oberflächen etwas über die Schleimhautebene hinaus. Wegen fehlender Verhornung erscheinen sie rötlich und sind daher gut zu erkennen.
Papillae vallatae, deutsch: Wallpapillen
(lat. vallatus = mit einem Wall versehen).
Die etwa 10 Wallpapillen (Papillae [circum-] vallatae) sind wegen ihres großen Durchmessers mit bloßem Auge gut erkennbar. Sie liegen aufgereiht vor dem V-förmigen Sulcus terminalis, der Nahtlinie zwischen den ursprünglich getrennten Anlagen des Zungenkörpers und Zungengrundes. Sie treten nur in geringer Zahl auf, enthalten aber die meisten Geschmacksknospen der Zunge. Diese liegen im Wallgraben. Wie bei den Blattpapillen münden seröse Spüldrüsen in den Wallgraben. rundlichen Wallpapillen liegen im Winkel vor dem Sulcus terminalis, wo sie nur wenig über das Schleimhautniveau hinausragen. Da sie aber einen Durchmesser von 2 – 3 mm aufweisen, sind sie in der Regel gut zu erkennen.
Syn.: Papillae circumvallatae
Parasubiculum (PaS), deutsch: Parasubiculum
Teil der Hippocampusformation
Pedunculi cerebri, deutsch: Hirnschenkel
Die Hirnschenkel bestehen aus massiven Faserbündeln, die ihren Ursprung im Kortex haben und entweder ipsilateral mit den Brückenkernen verschaltet sind (cortico-pontine Fasern) oder der Pyramidenbahn angehören (cortico-bulbäre und cortico-spinale Fasern). Knapp vor dem Übergang der Hirnschenkel in die cerebralen Hemisphären windet sich der Tractus opticus quer zum Faserverlauf, bevor er in das Corpus geniculatum lat. einstrahlt.
Pedunculus cerebellaris medialis (mcp), deutsch: mittlerer Kleinhirnstiel
die Fortsetzung der Brücke zum Kleinhirn. Er enthält den Tr. pontocerebellaris (sowie den Tr. reticulocerebellaris).
Syn.: Brückenarme, Brachia pontis
Pedunculus cerebellaris superior (scp), deutsch: vorderer Kleinhirnstiel
oberster der 3 Kleinhirnstiele, die das Kleinhirn mit den anderen Abschnitten des Zentralorgans verbinden. Die vorderen Kleinhirnstiele treten am Vorderrand des Kleinhirns aus und bilden bis zu ihrere Konvergenz am Hinterrand der Vierhügelplatte die seitliche, vordere Begrenzung der Rautengrube. Zwischen beiden Stielen befindet sich das Velum medullare anterius. Als wichtigstes Fasersystem enthält der vordere Kleinhirnstiel die cerebello-rubro-thalamischen Fasern. Außerdem treten durch ihn die Fasern der vorderen Kleinhirnbahn (Tr. spinocerebellaris anterior).
Syn.: Bindearme, Brachia conjunctiva
Pedunculus olfactorius (olf), deutsch: Riechpedunkel
Ausstülpung an der Hirnbasis, deren vorderes Ende die Riechknospen (Bulbi olfactorii) darstellen.
Syn.: Riechstiel
Pedunculus thalami inferior (ith), deutsch: unterer Thalamusstiel
wichtige Verbindung zwischen der limbischen Vorder- und Mittelhirnregion mir dem Thalamus (hauptsächlich dem Ncl. mediodorsalis thalami).
Pericranium
das äußere Periost des Schädeldaches
Pharynx, deutsch: Schlund
Der Schlund, auch Rachen oder Schlundkopf genannt, ist ein 11 bis 12 cm langer fibrös-muskulöser Schlauch, der an der Schädelbasis beginnt und in Höhe des C6 in die Speiseröhre übergeht. Als feste Grundlage dient eine derbe bindegewebige Membran, an deren Außenseite die Schlundmuskulatur, an deren Innenseite die Schleimhaut aufliegt. Die Membran ist hinten zu einem medianen Sehnenstreifen (Raphe pharyngis) verstärkt, der den Schlundmuskeln zum Ansatz dient. Außerdem ist der Schlund nach außen von der Fascia retropharyngea umhüllt, um gegen Nachbarorgane verschieblich und geschützt zu sein.
Als gemeinsamer Atem- und Speiseweg weist er an seiner Vorderwand 3 Öffnungen auf, um die Verbindung zu Nase, Mund und Luftröhre herzustellen. Er kommuniziert durch die Choanen mit der Nasenhöhle, durch den Isthmus faucium mit der Mundhöhle, durch den Aditus laryngis mit der Luftröhre. Außerdem steht er durch die Rachenöffnung der Tuba auditiva (Ostium pharyngeum tubae auditoriae) auch mit der Paukenhöhle in Verbindung. In Entsprechung der morphologischen und topographischen Verhältnisse wird der Schlund in eine Pars nasalis (Epipharynx), Pars oralis (Mesopharynx) und Pars laryngea (Hypopharynx) unterteilt.
Blutzufuhr: A. pharyngea ascendens aus der A. carotis externa. Daneben A. palatina ascendens aus der A. facialis und A. thyroidea aus der A. subclavia.
Venöser Abfluß: durch ein ausgeprägtes Venengeflecht auf der Rachenhinterwand, dem Plexus venösus pharyngeus.
Planum infratemporale, deutsch: Infratemporalfläche
Feld an der Unterfläche der Schädelbasis medialwärts der Crista infratemporalis. Es gehört teilweise zum Keilbein, teilweise zum Schläfenbein.
Planum polare (PPo), deutsch: Supratemporales Planum,
Supratemporalfläche (vorderer Teil des Gyrus temporalis superior)
Planum temporale (PTe), deutsch: Temporalfläche
Ursprungsfläche des M. temporalis oberhalb der Crista infratemporalis
Platysma (Pla), deutsch: Hautmuskel des Halses, Halshautmuskel
mimischer Muskel. Hautmuskel des Halses. Er verläuft von der Haut der Wange, des Unter kiefers u. Kinns zur Haut der oberen Brustgegend (unterhalb der Clavicula). Er bewirkt Hautspannung im Halsbereich.
Plexus caroticus (cpx), deutsch: Karotisgeflecht
das periarterielle sympathische Nervenfasergeflecht der Arteria carotis interna
Plexus cervicalis (cer), deutsch: Halsnervengeflecht
Halsnervengeflecht, das aus den ventralen Ästen der Spinalnerven des Halses (C1-C4) besteht. Die sensiblen Äste sind N. occipitalis minor, N. auricularis magnus, N. transversus colli und Nn. supraclaviculares (Austritt am Punctum nervosum). Die motorischen Äste sind die Ansa cervicalis (innerviert infrahyale Muskulatur) und der N. phrenicus (innerviert Zwerchfell motorisch, Vorderfläche des Herzbeutels und Pleura diaphragmatica, Peritoneum im Bereich des Zwerchfells und der Leber sensibel). Die Ansa cervicalis ist eine Schlinge aus den zwei Wurzeln Radix superior (C1) und Radix inverior (C1-C3), die sich etwa im Bereich der Zwischensehne des M. omohyoideus vereinigen.
Plexus choroideus (chp), deutsch: Adergeflecht, Gefäßzotten des Ventrikels
Das Adergeflecht liegt in bestimmten Abschnitten der inneren Liquorräume von Gehirn und Rückenmark.
Die Plexus bestehen aus einer Lamina epithelialis (Plexusepithel) und einer Lamina propria (Tela choroidea). Die streifenförmigen Befestigungszonen der Plexus in der Pia der angrenzenden Hirnabschnitte werden als Taeniae choroideae bezeichnet. Die Tela choroidea ist ein stark kapillarisierter, spezialisierter Abschnitt der Pia mater. Die Oberfläche der Plexus ist durch Zotten und Falten stark vergrößert. Sie sind die Hauptproduktionsstätte des Liquor cerebrospinalis.
Plexus parotideus (pap), deutsch: Plexus parotideus
innerhalb der Ohrspeicheldrüse gelegenes weitmaschiges Nervengeflecht, das aus der Hauptmasse des motorischen Fazialisstammes gebildet wird. Seine Zweige verlassen die Parotisloge im Halbkreis zu den mimischen Muskeln, die sie von der Innenseite her erreichen.
Äste: Rr. temporales, steigen vor dem Ohr aufwärts zu den vorderen Ohrmuskeln und zu den Muskeln oberhalb der Lidspalte. Von allen Fazialisästen erhalten nur die Rr. temporales Impulse sowohl aus der kontralateralen, als auch aus der ipsilateralen Hirnhälfte. Rr. zygomatici, zur unteren Hälfte des M. orbicularis oculi und zum M. zygomaticus major und minor. Rr. buccales, kräftige Äste für Mund-, Wangen- und Nasenmuskeln, versorgen den M. buccinator, M. orbicularis oris, M. levator labii superioris, M. levator anguli oris, M. nasalis, M. levator labii superioris alaeque nasi und M. depressor septi. (Seite 280) R. marginalis mandibulae, zieht am Unterkieferrand (margina = Rand) zum M. risorius, M. depressor anguli oris, M. depressor labii inferioris und M. mentalis. R. colli, zieht hinter dem Kieferast abwärts zum Platysma. Im Hals verbindet sich der Nerv mit dem sensiblen N. transversus colli aus dem Plexus cervicalis zur Ansa cervicalis superficialis.
Plexus pharyngeus, deutsch: Schlundgeflecht
Nervengeflecht (aus den Rr. pharyngei des N. glossopharyngeus, N. vagus und Sympathikus), über das der Schlund motorisch, sensibel und vegetativ versorgt wird. Die vegetativen Fasern sind verantwortlich einerseits für die Pharynxdrüsen und andererseits für die peristaltischen Schlundbewegungen.
Plexus venosus pterygoideus (ptg), deutsch: Plexus pterygoideus
venöses Geflecht der Flügelgaumengrube
Plexus venosus venae vertebralis (ivv), deutsch: intraspinales Venensystem
Venengeflechte an der Innenfläche der Wirbelsäule
Plica glossoepiglottica, deutsch: Plica glossoepiglottica
Der Zungengrund reicht bis zum Kehldeckel hinab. Vom Zungengrund ziehen eine mediane und zwei seitliche Falten (Plica glossoepiglottica mediana und lateralis) zum Kehldeckel und begrenzen jederseits eine grubige Vertiefung (Vallecula epiglottica).
Plica vocalis, deutsch: Stimmfalte
Die Stimmfalte besteht aus dem Lig. vocale , dem M. vocalis und der darüber liegenden Schleimhaut.
Syn.: Stimmlippe
Plicae palatinae transversae, deutsch: Querrillen des Gaumens
regionale funktionsmorphologische Besonderheite der Schleimhaut am harten Gaumen als Reibefeld für die Zungenspitze.
Polus temporalis (TmP), deutsch: Schläfenpol
vorderster Punkt des Schläfenlappens des Großhirns
Pons (Pon), deutsch: Brücke
Die Brücke ist eine breite, ausladende Struktur, deren Vorder- und Hinterrand eindeutig bestimmt sind. Seitlich geht die Brücke in den mittleren Kleinhirnstiel (Pedunculus cerebellaris medialis) über. An der Dorsalseite entspricht ihre Ausdehnung dem vorderen, größeren Bereich der Rautengrube. Zwischen Brücke und Rautengrube (Tegmentum) liegen die Kerne, die mit der motorischen, sensiblen und parasympathischen Innervation des Gesichtes befaßt sind.
Pontes striatales (SB), deutsch: Striatumbrücken
siehe Striatum
Praecuneus (PCu), deutsch: Vorzwickel
Rindenabschnitt auf der Innenseite der Hemisphaeren zwischen Lobulus paracentralis und Sulcus parieto-occipitalis
Praesubiculum (PrS), deutsch: Praesubiculum
Teil der Hippocampusformation
Prc. alveolaris maxillae (Alv), deutsch: Alveolarfortsatz
siehe Maxilla
Prc. clinoideus
(lat. processus = Fortsatz, clinoideus = bettähnlich, in der Vorstellung, dass die Processus clinoidei zusammen mit der Hypophysengrube eine bettähnliche Struktur bilden)
Processus clinoideus anterior. Wurzel des kleinen Keilbeinflügels, an der das Tentorium cerebelli angeheftet ist.
Processus clinoideus medius. Der mittlere Höcker des Keilbeinkörpers bildet gelegentlich mit dem vorigen einen geschlossenen Knochenring für den Durchtritt der A. carotis interna zum Gehirn.
Processus clinoideus posterior. Hinterer Knochenfortsatz der Sattellehne, an dem das Tentorium cerebelli angeheftet ist.
Prc. condylaris mandibulae (Con), deutsch: Gelenkfortsatz d. Unterkiefers
siehe Mandibula
Prc. coronoideus mandibulae (Cor), deutsch: Kronenfortsatz d. Unterkiefers
siehe Mandibula
Prc. jugularis (Jug), deutsch: Prc. jugularis
Ansatzfläche des M. rectus capitis lateralis neben dem Condylus occipitalis.
Prc. mastoideus (Mst), deutsch: Warzenfortsatz
siehe Os temporale
Prc. pterygoideus (Ptg), deutsch: Flügelfortsatz
siehe Os sphenoidale
Prc. styloideus (Sty), deutsch: Griffelfortsatz
Fortsatz vor dem For. sytylomastoideum, der den Mm. stylohyoideus, styloglossus, stylopharyngeus und dem Lig. stylohyoideum zum Ursprung dient.
Putamen (Pu), deutsch: Putamen, Schalenkörper
Das Putamen ist seitlich durch die schmale Capsula externa vom Claustrum, einer dünnen Platte grauer Substanz, geschieden. Medial liegt der Globus pallidus. Im vordersten Teil sind Putamen und der Kopf des Ncl. caudatus verschmolzen. siehe Striatum